Aus dem Alltag eines kleinen Pfadfinderstammes

About

Mein Name ist Jan, ich bin ‘87 geboren und mache momentan eine Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung bei der IT-Tochterfirma eines großen Chemiekonzerns. In meinem Weblog soll es aber weniger um mich gehen, mehr um einen kleinen Pfadfinderstamm in Neckargemünd bei Heidelberg.

Warum dieser Blog?
Die Idee dazu kam mir auf der Autofahrt zur Arbeit. Eigentlich wollte ich ja schon länger bloggen. Ich war an einem Blog Projekt in meiner Firma beteiligt und schreibe dort hin und wieder mal einen kleinen Beitrag. Doch auch privat war schon immer das Bedürfnis zum Schreiben vorhanden. Doch worüber? Während meiner Schulzeit habe ich als Redakteur bei einem Online Spiele Magazin gejobbt. Ein Berufs- oder IT-Blog? Gibts wie Sand am Meer. Anekdoten aus dem Büro sind auch nicht der Bringer. Über mich und meine Gedanken? Nein, da fehlt mir der Drang zur Selbstdarstellung. Dann doch über meine liebste Freizeitbeschäftigung: Die Pfadfinder!

Der Stamm
Unser Stamm heißt Kochemer Jent. Zu der Bedeutung dieses Namens werde ich vielleicht später im Blog mal ein Wort verlieren. Wir sind ein sehr kleiner Stamm, mit einer ganz eigenen Kultur. Erstmal zu unserer Größe: Wir haben momentan zwei Hutzelgruppen. Außerdem haben wir noch eine Krutzelgruppe mit ca. 10 Personen. Die Älteren(Krauter) haben sich größtenteils in ganz Deutschland verteilt. Hutzel, Krutzel, Krauter - wie bitte? Das werden sich auch die meisten Pfadfinder fragen. So heißen unsere Altersgruppen und sind vergleichbar mit Wölflingen, Pfadfindern und Ranger / Rovern. Dies ist mit ein Ausdruck unserer etwas anderen Stammeskultur. Wie ich erfahren habe, begannen wir vor ca. 15 Jahren uns von unserem Verband dem VCP abzukapseln und sind seit dem mehr stilles Mitglied (aktuell wollen wir uns wieder etwas annähern ;) ). So haben wir uns in den letzten Jahren völlig selbständig entwickelt. Unsere Kultur ist vom fahrenden Volk des 18. Jahrhunderts geprägt, den Räubern, Kesselflickern und Dieben. Ihre Sprache war Rotwelsch. Einige Vokabeln findet ihr auch schon ganz oben im Blog: Hollmusch, Kochemer und Lein wären solche. Aber auch alltägliche Wörter stammen aus dem Rotwelsch: Kohldampf oder Bulle zum Beispiel. Dies prägt uns vor allem in unseren Aktionen: Neben schönen Lagern ist das Highlight unseres Pfadfinderlebens die Fahrt. Unter Fahrt verstehen wir, alles was wir an Zivilisation besitzen in einen Rucksack zu packen und über Tage und Wochen durch fremde Länder zu wandern. Immer wieder ein wunderbares Erlebnis und ganz besondere Erfahrung die so richtig nur jemand Begreifen kann der einmal dabei war, doch sicher könnt ihr in diesem Blog den ein oder anderen Eindruck erschnuppern.

Ich und die Pfadfinder
Vielleicht sollte ich noch ein paar Worte über meine Pfadfinder “Karriere” verlieren. Das ist beim Lesen manchmal vielleicht nicht unwichtig. Begonnen hat alles im Anno ‘96 in unserem Gemeindezentrum - ich war ca. 9 Jahre alt. Ich ging regelmäßig in die Gruppenstunde - ich liebte es. Ich war dabei bei unseren Fahrten, den Lagern - ich liebte es noch mehr. Doch dann kam irgendwann die Pubertät, mein Alter kletterte auf zarte 13 und ich hörte mit dem aktiven Pfadfinderleben auf. Warum? Keine Ahnung! Wie ich später immer wieder hörte, hatte man es von mir am wenigsten erwartet. Doch natürlich konnte der Stamm auch ohne mich und die Jahre gingen ins Land. Natürlich traf man seine alten Pfadis noch vereinzelt auf der Straße, bei Freunden usw. Ich wurde auch immer wieder auf ein Lager eingeladen. Doch entweder hatte ich keine Zeit oder ich vergaß es. Pfingsten ‘07 sollte es dann klappen. Ich hatte Zeit und Lust ein kurzes Lager in der Nähe von Heidelberg auf der Trollburg (eigentlich eine kleine Hütte) zu Besuchen. Eigentlich sollte es nur eine Übernachtung werden. Als ich ankam war eigentlich alles wie früher und doch so fremd. Da waren doch gleich zwei neue Generationen “nachgewachsen” und sprangen fröhlich über die Wiese. Da war es wieder das “Pfadfindergefühl”. Natürlich blieb ich dann nicht nur den einen Abend dort. Ich fuhr schnell nach Hause, kramte Juscha, Halstuch und Taschenmesser aus dem Keller und blieb auch noch die restliche Zeit. Inzwischen nähert sich das Jahr dem Ende und ich lebe mich immer mehr ein. Wie es weitergeht? Das erfahrt ihr im Blog!

No tag for this post.