Aus dem Alltag eines kleinen Pfadfinderstammes

Frieden

December 24th, 2007 Posted in Sonstiges

Heute ist der Heilige Abend, Weihnachten. Viele von euch werden in ihrer warmen Wohnung sitzen, der Glühwein kocht auf dem Herd und der Vater stopft den Truthahn. Doch was verbinden wir noch mit Weihnachten? Viele Spenden und erinnern sich das es anderen nicht so gut geht wie uns. Doch eines werden die meisten von euch mit Weihnachten verbinden: Frieden.

Der war in unserer Vergangenheit leider nicht immer denkbar. Doch genau diese Vergangenheit hat uns gezeigt das, dass menschliche Bedürfnis nach Frieden und Nächstenliebe gerade an Weihnachten besonders stark ist. Versetzen wir uns ins Jahr 1914 zurück. Mit vollmundiger Begeisterung zog Deutschland in den Krieg gegen Frankreich und den Rest Europas. Kaiser Wilhelm II versprach den hinausziehenden Soldaten ihre Rückkehr bis Weihnachten. Am Heiligen Abend jedoch vegetierten deutsche, britische und französische Soldaten immer noch in ihren verschlammten und rattenverseuchten Schützengräbern, es war bitterkalt. Für jeden Meter Boden entrichteten die Soldaten einen hohen Blutzoll. Die Felder waren mit Leichen übersät und nicht wenige von den Überlebenden wünschten sie wären auch darunter. Die Moral war am Boden. Oft lagen die Schützengräben der Feinde nur 20 bis 100 Meter entfernt.

Während die wittischen Feldherren in ihren Villen feierten, Truthahn aßen und sich mit edlem Rotwein zuprosteten kauerten diese Soldaten also in Eiseskälte in ihren Schützengräben. Von der OHL gab es lediglich ein paar Weihnachtsbäume - das sollte die Moral hochhalten. Die Soldaten trällerten hier wie dort Weihnachtslieder. Egal ob “Oh, du Fröhliche” oder “Merry Christmas”, der Feind konnte es hören. An manchen Frontabschnitten nahmen die Deutschen Soldaten ihre Weihnachtsbäume in die Hand und bewegten sich singend auf die feindlichen Schützengräben zu. Anstatt mit Schüssen und Kugeln wurden sie mit Schnaps und Brot begrüßt. An anderen Fronten flogen statt Granaten wohl verpackte Christstollen. Man plauderte fröhlich, tauschte kleine Geschenke aus, zeigte sich Fotos von den Lieben daheim und sang mit den Menschen, denen man Tags zuvor noch eine Kugel hinterher jagte.

“Scots and Huns were fraternizing in the most genuine possible manner. Every sort of souvenir was exchanged, addresses given and received, photos of families shown, etc. One of our fellows offered a German a cigarette; the German said, ‘Virginian?’ Our fellow said, ‘Aye, straight-cut’, the German said ‘No thanks, I only smoke Turkish!’ … It gave us all a good laugh.”
- Batallionstagebuch der Scots Guards Dezember 1914

Zeigen uns diese Ereignisse, die vielerorts erzählt und verfilmt wurden, nicht das gerade an Weihnachten das Bedürfnis nach Frieden im Menschen stärker ist als der Wille von Feldherren, Tyrannen und Kriegstreibern?

Mit einem kleinen Gedicht eines 13 jährigen Pfadfinderin aus Israel möchte ich euch nun in die hoffentlich fröhlichen und friedlichen Weihnachtsfeiertage entlassen:

Ich hatte eine Schachtel mit bunter Kreide
glänzend, schön und neu.
Ich hatte eine Schachtel mit bunter Kreide,
auch warme und kalte Farben waren dabei.

Ich hatte kein Rot für die Wunden,
kein Schwarz für weinende Kinder,
kein Weiß für die Toten,
kein Gelb für den heißen Sand.

Ich hatte Orange für die Lebensfreude,
Grün für Knospen und Ströme.
Ich hatte Blau für den leuchtenden Himmel
und Rosa für friedliche Träume.

Ich setzte mich hin und malte

FRIEDEN

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  1. 7 Responses to “Frieden”

  2. By Tilmann on Dec 24, 2007

    Krass man, Jan was geht denn bei dir?!
    Aber ja, ich stimm dir voll und ganz zu, das ist einer der entscheidenden Dinge an Weihnachten.
    Fuer mich ganz wichtig ist auch das Zusammensein mit seinen liebsten, und ihnen zeigen wie gern man sie hat!

  3. By Jan on Dec 25, 2007

    Wie gesagt, das war mein kleiner theatralischer Moment des Tages ;)
    Was mir gestern irgendwie stärker aufgefallen ist als gester, vor allem in der Kirche und wenn man sonst so rumlief: Die Menschen waren viel Freundlicher untereinander. Egal ob im Supermarkt oder in der Kirche, da wurde sich irgendwie nicht so angeknurrt und komisch angeschaut wie sonst halt *g*
    Auch mit meiner Nachbarin mit die mir nie wirklich sympatisch war, habe ich gestern Nacht auf der Straße noch sehr nett geredet. Das könnt das ganze Jahr so sein ;)

  4. By Kölner Weihnachtsmann on Nov 7, 2009

    Ich denke das ist eh nur ne Modeerscheinung.
    Weihnachtsmann Köln

  5. By Nikolaus bestellen on Nov 7, 2009

    Lustig, ich hätte garnicht gedacht das das *wirklich* so funktioniert. Komische Welt.
    Nikolaus Köln

  6. By Werker on Jul 14, 2010

    Hi,

    ja da magst du recht haben, gerade zu Weihnachten, in dieser stillen zeit denken eben viele leute nach, über dieses und jenes

  1. 2 Trackback(s)

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